Berufsschulen für angehende Schneiderinnen
Nhschule Labr 1Nhschule Labr 2NS01

Der Verein LEMUEL SWISS führt und begleitet in Haiti Berufsschulen für Schneiderinnen. Daneben unterstützen wir Berufsschulprojekte durch Anschubfinanzierung oder Beiträge an Lehrerinnenlöhne, Bau-/Mietkosten etc. Einen Überblick erhält man unter Projekte.

Den Frauen, vorwiegend Mütter aus der sozial schwächsten Schicht, wird die  Möglichkeit geboten, den Beruf der Schneiderin zu erlernen. Geeignete Absolventinnen dieser Schulen werden angehalten, sich entsprechend weiterzubilden und später als Lehrerinnen eine eigene Klasse zu führen. Die eigentliche Ausbildung zur Schneiderin dauert 2 Jahre. Diejenige der angehenden Lehrerinnen 3 Jahre (nur in Pont Sondé möglich). Der Unterricht findet am Vormittag statt. Am Nachmittag dienen die Klassenräume den Frauen als Nähatelier. Unter Anleitung nähen die Frauen für ihre eigenen Bedürfnisse, oder stellen Sachen her, die an Standaktionen in der Schweiz oder in unserem Internet-Shop verkauft werden.

Die Frauen nähen aber auch Schuluniformen auf Bestellung oder für die eigenen Kinder. Der Erlös aus diesen Arbeiten geht vollumfänglich an die Schneiderinnen in Haiti. Es ist ihr eigentlicher Lohn. Damit erhalten die Frauen die Möglichkeit, sich und ihre Familien zu ernähren. Ein Teil des Erlöses wird zurückgestellt. Er wird als Notfallkapital für die Frauen verwendet, wie Arzt- und Zahnarztbesuche, Medikamente, Operationen, Spitalaufenthalt etc. Weder die Frauen noch ihre Familien verfügen über eine Krankenkasse und auch nicht über das notwendige Geld, um einen Arzt aufsuchen zu können. Sie sind oft auch nicht in der Lage, ihren Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Durch das gemeinsame Arbeiten in den Ateliers entstehen tragende Frauengemeinschaften. Die Solidarität wird gefördert und neu erlebt. Die Näharbeiten werden von einer haitianischen Mitarbeiterin auf ihre Qualität geprüft und LEMUEL SWISS zahlt den  Frauen den Lohn für diese Arbeiten aus. Die in Haiti gefertigten Arbeiten werden kostenlos in die Schweiz mitgenommen. Mitwirkende Arbeitskreise vervollständigen teilweise die Produkte, wie stopfen und zusammennähen.

Für die angehenden Lehrerinnen sucht die Projektleitung  einen Arbeitsplatz. Meist sind es Kirchgemeinden, die um die Errichtung  einer neuen Nähschule bitten. LEMUEL SWISS unterstützt solche Projekte. Den Kirchgemeinden wird aber nahe gelegt, selber für einen geeigneten Unterrichtsraum zu sorgen oder allenfalls einen zu errichten. Dies geschieht meist in Fronarbeit durch Männer. Einrichtungen wie Tische und Hocker werden in der vereinseigenen Werkstatt in Pont Sondé  hergestellt. Das dafür erforderliche Holz liefern teilweise die Kisten, in denen die Tretnähmaschinen nach Haiti verschifft wurden. Die Nähmaschinen werden in der Schweiz gesammelt und mit den ebenfalls gespendeten Nähmaterialien, wie Stoff, Faden und Reisverschlüsse den Schulen in Haiti zur Verfügung gestellt.

Die Nähmaschinen werden durch einen von LEMUEL SWISS ausgebildeten haitianischen Mechaniker regelmässig  gewartet. Die Kirchgemeinden sollten wenn immer möglich für den Lohn der Lehrerin aufkommen. Dank diesem Schneeballsystem existieren heute bereits verschiedene Klassen unter der Leitung von LEMUEL SWISS und in weiteren Gemeinden unterrichten Lehrerinnen, die ihre Ausbildung bei LEMUEL SWISS genossen haben.